HIV Heimtest.org

HIV ist die Abkürzung das für Human Immunodefizienz-Virus. HIV ist ein Immunschwäche- oder Immundefekt-Virus, an dem sich täglich weltweit ungefähr 7000 Menschen neu anstecken. Die Ansteckung mit dem Virus hat eine Inkubationszeit von ganz unterschiedlich langer Dauer und auch der Verlauf der Krankheit kann ganz unterschiedlich sein. Es gibt viele Unklarheiten über das HI-Virus und die Infektion mit diesem Virus. Dennoch kann jeder mit dem Virus in Kontakt geraten und sich damit infizieren.

Das HI-Virus gehört zur Gruppe der Retroviren. Die französischen Forscher Francoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier entdeckten das Virus im Jahr 1983. Seine Verbreitung hat sich in den fast 30 Jahren seit seiner Entdeckung zu einer wahren Pandemie entwickelt. Weltweit sind circa 33 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert, rund 25 Millionen Menschen sind seitdem daran gestorben. Lange Zeit war die Herkunft des Virus unbekannt. Erst im Jahre 2005 gelang es, dank internationaler Forschungen, nachzuweisen, dass das Virus vom Affen stammt. Wie das Virus vom Affen auf den Menschen übertragen werden konnte ist hingegen bis heute unbekannt. Eine Vermutung geht davon aus, dass die Übertragung durch das Verzehren von Affenfleisch erfolgt sein könnte.

Bis heute sind zwei verschiedene Typen des HI-Virus bekannt – HIV1 und HIV2. Beide Typen lassen sich in zahlreiche Untertypen (Subtypen) unterteilen. Der HIV1-Typ kommt häufiger vor und ist als der hauptsächliche Erreger von AIDS bekannt. Der Krankheitsverlauf ist bei HIV1 schneller als bei dem Erreger HIV2. Ansonsten ähneln sich die Krankheitsverläufe beider Erreger-Typen.

HIV Infektion

In einem gesunden Körper werden fremde Organismen, die in den Körper eindringen durch weiße Blutkörperchen und Antikörper zunächst lokalisiert, dann angegriffen und schließlich zerstört. Ein solcher Angriff auf Fremdorganismen im Körper wird von speziellen weißen Blutkörperchen koordiniert. Diese speziellen Blutkörperchen werden T-Helfer-Zellen oder auch CD4-Lymphozyten genannt. Diese T-Helfer-Zellen werden von den HI-Viren gezielt angegriffen und das Immunsystem des Betroffenen dadurch geschwächt und letztendlich zerstört. Dabei dockt das HI-Virus zunächst an eine T-Helfer-Zelle an und schleust sich anschließend in die Zelle ein. Ist das Virus in die T-Helfer-Zelle eingedrungen, nutzt es die Zelle als Wirt und schleust das eigene Erbgut in das Erbgut der Zelle ein. So nutzt das Virus die Wirtszelle zur eigenen Vermehrung. Nach einer gewissen Zeit werden die Wirtszellen von den neu entstandenen HI-Viren zerstört. Die Viren sind danach frei im Blut vorhanden. Von dort aus suchen sie neue T-Helfer-Zellen, um den Prozess der eigenen Vermehrung zu wiederholen. Auf diese Weise können täglich rund 10 Milliarden neuer HI-Viren entstehen. Um den Viren-Angriff zu stoppen produziert der Körper aber nur rund 2 Milliarden T-Helfer-Zellen, welche wiederum von den Viren neu angegriffen werden. So sinkt die Anzahl der T-Helfer-Zellen unaufhaltsam, während sich das HI-Virus immer weiter ausbreitet.

Wie erfolgt eine Ansteckung?

Eine Ansteckung mit dem HI-Virus kann immer dann erfolgen, wenn mit HIV infiziertes Blut, Sperma oder Vaginalsekret über den Blutweg, die Schleimhäute oder Körperöffnungen in den Körper gelangen. Im normalen Alltag kann eine Infektion mit dem HI-Virus so gut wie ausgeschlossen werden. Bei Operationen oder Blutübertragungen gibt es ein Restrisiko für eine Infektion. Jedoch ist dieses Restrisiko sehr gering. Trotzdem gilt für die Gefahr eine HIV-Infektion: Es gibt keine Risikogruppen, sondern nur Risiko-Situationen und Risiko-Kontakte. Prinzipiell kann jeder in eine solche Risiko-Situation geraten und sich infolgedessen an dem HI-Virus anstecken.

Gibt es eine Soforthilfe nach Eintreten einer Risikosituation?

Sofern eine Risiko-Situation nicht länger als 72 Stunden zurückliegt, ist eine Postexpositionsprophylaxe möglich. Dies ist eine vorbeugende Behandlung, mit der versucht wird eine HIV-Infektion nach einem Risiko-Kontakt zu verhindern. Eine solche Behandlung erfolgt mit Medikamenten, die der Patient über einen Zeitraum von 4 Wochen einnehmen muss. Je früher mit einer prophylaktischen Behandlung begonnen wird, desto größer sind die Chancen, eine HIV-Infektion tatsächlich zu verhindern. Die besten Chancen sind gegeben, wenn die Behandlung innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Risiko-Kontakt beginnt. Eine absolute Sicherheit für den Erfolg der Behandlung gibt es jedoch nicht. Generell kann eine Postexpositionsprophylaxe nur dann erfolgreich sein, wenn der Patient die Medikamente absolut zuverlässig und planmäßig einnimmt. Die Behandlung wird nur vom Arzt verschrieben, denn es treten häufig Nebenwirkungen auf, die eine ärztliche Betreuung unbedingt erforderlich machen. Eine Postexpositionsprophylaxe ist mit Behandlungskosten um 1000 Euro sehr teuer. In den meisten Fällen muss der Patient die Kosten für die Behandlung selber tragen. Nur wenn die Risiko-Situation nicht durch Selbstverschulden zustande kam, übernehmen die Krankenkassen die Behandlungskosten.

Der Unterschied zwischen einer HIV-Infektion und AIDS

Im umgangssprachlichen Gebrauch wird HIV häufig mit der AIDS-Erkrankung gleichgesetzt. Dies ist jedoch so nicht richtig. HIV ist die Bezeichnung für das Virus und die dadurch verursachte Infektion. AIDS ist das späte Stadium einer HIV-Infektion. Medizinisch gesehen ist der Begriff AIDS als Bezeichnung einer Krankheit auch nicht korrekt, denn AIDS ist kein Krankheitsbild, sondern umschreibt eine medizinische Diagnose. Der medizinische Fachbegriff für diese Diagnose nennt sich AIDS Vollbild.

Welche Symptome zeigt eine HIV-Infektion?

Diese, eigentlich naheliegende Frage kann im Falle einer HIV-Infektion nicht eindeutig beantwortet werden, denn eine HIV-Infektion zeigt keine typischen Symptome. Bei einem großen Teil der Infektionen treten überhaupt keine Krankheitssymptome auf.

Die vier Phasen einer HIV-Infektion

Der Ablauf einer HIV-Infektion wird in vier Phasen unterteilt. Jedoch kann der Krankheitsverlauf absolut untypisch ablaufen und in keiner Weise diesen Phasen entsprechen. Die Infektion beginnt mit der Akuten-Phase. Sie beginnt circa zwei bis sechs Wochen nach der Ansteckung. Es können grippeähnliche Beschwerden, Lymphknotenschwellungen und Hautausschlag auftreten. Aber diese erste Phase kann auch völlig beschwerdefrei ablaufen. Insgesamt ist diese Phase jedoch der Infektionsabschnitt, in dem die meisten Symptome vorhanden sind. Es folgt die Latenzphase. Diese Krankheitsphase kann von mehreren Monaten bis hin zu mehr als zehn Jahren dauern. Sofern in dieser Phase Symptome auftreten, ist dies nur für einen begrenzten Zeitraum der Fall. Die meiste Zeit sind die Betroffenen beschwerdefrei. In der Latenzphase können zum Beispiel chronische Durchfälle oder eine dauerhaft erhöhte Körpertemperatur auftreten. Auch Herpes, Mundsoor und Zungenbeläge sind möglich. In der dritten Phase, auch AIDS Related Complex genannt, treten die gleichen Symptome, wie in der Latenzphase auf. Jedoch bleiben sie in der dritten Phase dauerhaft bestehen. In der vierten und letzten Phase wird dann die Diagnose des AIDS Vollbildes festgestellt. In dieser Phase können sich dann schwere Symptome wie Lungenentzündungen oder bösartige Veränderungen an Organen und Nervensystem einstellen.

Da eine HIV-Infektion bei jedem Betroffenen anders verlaufen kann und generell kein typischer Krankheitsverlauf mit typischen Symptomen festgelegt werden kann, ist ein HIV-Test die einzige Möglichkeit, sicher festzustellen, ob eine HIV-Infektion vorliegt.

Wie funktioniert ein HIV Test?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für die Durchführung eines HIV Tests. Die Standarttests weisen das HI-Virus nicht direkt nach, sondern erbringen den Nachweis für HI-Antikörper. Darüber hinaus gibt es ein Spezialverfahren, das den direkten Nachweis des HI-Virus im Blut erbringt. Wird ein Test beim Arzt durchgeführt, werden zum größten Teil zwei Testverfahren angewandt – der ELISA Suchtest und der Western blot Bestätigungstest. Der ELISA Suchtest kann frühestens 12 Woche nach der Ansteckung durchgeführt werden. Da das Ergebnis häufig falsch-positiv ausfällt, wird nach einem positiven ELISA Test der Western blot Test durchgeführt.

Eine dritte Testvariante ist der PCR-Test. Dieser Test weist das HI-Virus direkt nach. Er kann bereits weit vor Ablauf der 12-Wochenfrist durchgeführt werden und liefert sehr sichere Testergebnisse. Trotzdem wird der PCR-Test nur in absoluten Ausnahmefällen durchgeführt, denn das Verfahren ist sehr aufwendig und vor allem sehr teuer.

Was ist ein HIV Heimtest bzw. Schnelltest?

Ein HIV Heimtest ist ein sogenannter Point-of-Care-Test, also ein HIV Schnelltest. Schnelltests gibt es sowohl im klinischen Bereich, als auch als HIV Heimtest für zuhause im Internet. Im klinischen Bereich werden häufig Schnelltests eingesetzt, denn in manchen Situationen kann es sinnvoll sein, möglichst schnell ein Testergebnis zu erhalten. Ein ungewollter Blutkontakt kann zum Beispiel eine solche Situation sein. Liegt schon in den ersten Stunden nach einem solchen Kontakt ein Testergebnis vor, kann dies den Erfolg einer HIV-Postexpositionsprophylaxe deutlich steigern. Eine prophylaktische Behandlung kann nur in den ersten 72 Stunden nach einem ungewollten Kontakt durchgeführt werden.

Wie funktioniert ein HIV Heimtest?

Ein HIV Heimtest funktioniert nach denselben Prinzipien, wie die Schnelltests im Klinik-Bereich. Ein Heimtest enthält ein Testset, mit dem ein Tropfen Blut des Patienten auf Antikörper gegen das HI-Virus untersucht wird. Das Ergebnis liegt innerhalb kürzester Zeit vor – meist beträgt die Wartezeit um die 15 Minuten. Die Tests sind so ausgelegt, dass bei einem falschen Ergebnis die Wahrscheinlichkeit eines falsch-positiven Testergebnisses größer ist, als die eines falsch-negativen Ergebnisses. Es ist daher ratsam ein positives Ergebnis noch einmal durch einen Arzt bestätigen zu lassen. Ein negatives Ergebnis hingegen kann schnell unbegründete Ängste nehmen.

HIV Heimtest

Immer wenn der Verdacht besteht, dass ein Risiko-Kontakt bestand ist es wichtig, sich Gewissheit über eine eventuell erfolgte Infektion zu verschaffen. Nicht alle Menschen mögen dazu sofort einen Arzt aufsuchen. Für viele ist die Vorstellung angenehmer, zunächst einmal selber und alleine zu testen, ob es tatsächlich zu einer HIV-Infektion gekommen ist. In diesen Fällen ist ein Heimtest ein guter Weg. Bei einem positiven Ergebnis sollte auf jeden Fall unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, um die eventuell vorliegende Infektion medizinisch behandeln zu lassen. HIV Heimtests sind so konzipiert, dass die Wahrscheinlichkeit für ein positiv-falsches Ergebnis höher liegt, als ein negativ-falsches Ergebnis. Wer also ein negatives Ergebnis erhält, kann sich ziemlich sicher sein, dass es tatsächlich zu keiner Infektion gekommen ist. Das Restrisiko für ein negativ-falsche Testergebnis ist auch bei einem Test beim Arzt, in einer Klinik oder beim Gesundheitsamt gegeben. Nutzen kann einen HIV Heimtest jeder, der den Verdacht auf eine Infektion hat. Aber auch vor einer geplanten Schwangerschaft ist es durchaus sinnvoll, wenn beide Partner vorab einen HIV Heimtest durchführen. So kann vor Eintritt der Schwangerschaft das Risiko ausgeschlossen werden, eine womöglich unbemerkt vorliegende HIV-Infektion an das ungeborene Kind weiterzugeben.